
Mit der Eröffnung des ersten Gesundheitskiosks geht Wiesbaden einen neuen Weg in der wohnortnahen Gesundheitsversorgung. Am 25. August 2026 war der stellvertretende Geschäftsführer des DBfK Südwest, Frank Stricker-Wolf, bei der offiziellen Einweihung im Wiesbadener Westcenter dabei und gratulierte der Stadt Wiesbaden und dem Team des Gesundheitskiosks im Namen des DBfK Südwest.
Die Eröffnung fand im Beisein der Gesundheitsdezernentin Milena Löbcke sowie Vertreterinnen des Gesundheitsamtes statt. Der reguläre Publikumsbetrieb startet am 1. Oktober 2026. Der Gesundheitskiosk wird kommunal finanziert und in Kooperation mit dem Volksbildungswerk Klarenthal e. V. betrieben.
Ein besonderer Moment der Eröffnung war die Übergabe eines Geschenkkorbs des DBfK an die Leiterin des Gesundheitskiosks, Laila El Marssi. Im anschließenden persönlichen Gespräch gab sie Einblicke in die Arbeit und die fachliche Ausrichtung des neuen Angebots.
Dabei wurde deutlich: Laila El Marssi ist selbst als Krankenschwester beim Gesundheitsamt tätig. Auch die Mitarbeitenden des Gesundheitskiosks verfügen nach ihren Angaben über eine Qualifizierung im Bereich Community Health Nursing. Für den DBfK Südwest ist dies ein besonders interessanter Aspekt, da hier Pflegefachpersonen mit erweiterten Kompetenzen unmittelbar in einer wohnortnahen Versorgungsstruktur tätig werden. El Marssi zeigte sich offen für einen weiteren fachlichen Austausch mit dem DBfK Südwest.
Niedrigschwellige Unterstützung direkt im Quartier
Der Gesundheitskiosk soll für die Menschen vor Ort eine unkomplizierte erste Anlaufstelle sein. Das Angebot ist kostenfrei und niedrigschwellig und richtet sich unabhängig von Herkunft, Alter oder Versicherungsstatus an alle Bürger:innen.
Im Mittelpunkt steht die Beratung und Orientierung im Gesundheits- und Sozialsystem. Dazu gehört beispielsweise die Unterstützung bei der Suche nach Facharztterminen, bei Krankenkassenangelegenheiten oder beim Ausfüllen von Anträgen. Auch Themen wie seelische Gesundheit, Schwangerschaft, Sucht sowie Kinder- und Jugendgesundheit werden aufgegriffen.
Darüber hinaus sind Präventions- und Gesundheitskurse, Selbsthilfegruppen und medizinische Basisangebote, etwa Impfsprechstunden, vorgesehen. Die Räumlichkeiten bieten dafür sowohl Möglichkeiten für vertrauliche Einzelgespräche als auch für kleinere Gruppenangebote und Veranstaltungen.
Gesundheit, Beratung und digitale Teilhabe
Interessant ist auch die sozialräumliche Ausrichtung des Projekts: Der Gesundheitskiosk soll eng mit weiteren Akteur:innen im Quartier zusammenarbeiten und damit eine Brücke zwischen den Menschen vor Ort und bestehenden Gesundheits- und Unterstützungsangeboten bilden.
Geplant ist außerdem die Einbindung der 14 vom Volksbildungswerk betreuten Digi-Lots:innen. Sie sollen insbesondere ältere Menschen dabei unterstützen, digitale Gesundheitsangebote sicher und selbstständig zu nutzen.
Interessantes Praxisbeispiel für Community Health Nursing
Aus Sicht des DBfK Südwest ist insbesondere die Einbindung von Pflegefachpersonen mit Community-Health-Nursing-Qualifikation fachpolitisch relevant. Der Gesundheitskiosk bietet ein konkretes Praxisbeispiel dafür, wie Pflegefachpersonen ihre erweiterten Kompetenzen in einer wohnortnahen, präventiven und sektorenübergreifenden Versorgungsstruktur einsetzen können.
Der Besuch hat daher nicht nur einen guten Einblick in das neue Wiesbadener Angebot gegeben, sondern auch einen interessanten Anknüpfungspunkt für die weitere fachpolitische Arbeit des DBfK geschaffen. Der DBfK Südwest möchte den Austausch mit Laila El Marssi fortsetzen und mehr über die Rolle der Pflegefachpersonen sowie die Erfahrungen beim Aufbau des Gesundheitskiosks erfahren.


Mehr zum Thema in dieser Ausgabe:
Zwei Webtalks zur Primärversorgung: Community Health Nursing im Fokus
Primärversorgnung in Österreich: Vom Reformwillen zur schrittweisen Umsetzung