Naturkatastrophen, Pandemien, Cyberangriffe oder Ausfälle kritischer Infrastruktur können die Gesundheitsversorgung erheblich beeinträchtigen. Pflegeeinrichtungen müssen deshalb Strukturen schaffen, die auch unter schwierigen Bedingungen tragen. Welche ersten Schritte dabei helfen, zeigte im Juli die Online-Veranstaltung „Gut vorbereitet auf Krisen und Katastrophen“ der Fachgruppe Katastrophen- und Krisenmanagement im DBfK Südost.
Pflegefachpersonen sichern die Versorgung, kennen die Bedarfe besonders vulnerabler Menschen und koordinieren an den Schnittstellen zwischen Berufsgruppen, Einrichtungen und Angehörigen. Dennoch binden Verantwortliche sie bislang nicht ausreichend in Krisenstäbe und Entscheidungsstrukturen ein.
Die Fachgruppe fordert deshalb eine verbindliche pflegerische Beteiligung, klar definierte Verantwortlichkeiten und regelmäßig überprüfte Notfall-, Evakuierungs- und Katastrophenpläne. Die Forderungen sind in einem Positionspapier zusammengefasst:
Positionspapier „Katastrophen- und Krisenmanagement für Gesundheitseinrichtungen“
Stefanie Renner, stellvertretende Geschäftsführerin des DBfK Südost, und Sarah Fliesgen, Referentin für Nachhaltigkeit und Klimaschutz beim DBfK Bundesverband, eröffneten die Online-Veranstaltung.
Lernen, üben und Erfahrungen auswerten
Anschließend berichtete Oberin Mary-Ann Bauer von der Schwesternschaft Nürnberg des Bayerischen Roten Kreuzes über ein konkretes Evakuierungsgeschehen: welche Abläufe sich bewährt haben und welche Schwierigkeiten auftraten. Die wichtigste Konsequenz, die Einrichtungen daraus ziehen können: Beschäftigte müssen Notfallpläne kennen und praktisch erproben.
Disaster Nursing stärkt die Handlungsfähigkeit
Leutnant zur See Grit Radtke vom Unterstützungskommando der Bundeswehr sprach im zweiten Praxisimpuls über Military und Disaster Nursing für eine widerstandsfähige Gesundheitsversorgung. Dabei stellte sie Pflege als sicherheitskritische Profession in Krisen, Katastrophen und Konflikten heraus. Pflegefachpersonen müssen Risiken erkennen, priorisieren, kommunizieren und die Versorgung auch unter erschwerten Bedingungen organisieren. Um das zu erleichtern, empfahl sie eine Umsetzungsplanung, die alle Aufgaben nach Domänen und Stufen je nach Kernkompetenz gliedert.
Für die Ausbildung wurde das Modul „Disaster Nursing“ entwickelt, das angehenden Pflegefachpersonen zentrale Krisenkompetenzen vermittelt:
MODINA – Modul Disaster Nursing in der Ausbildung: Krisenresilienz durchPflegekompetenz?
Resilienz
und Nachhaltigkeit zusammendenken
Sarah Fliesgen ergänzte die Veranstaltung um die Perspektive, wie sich Klimaschutz, widerstandsfähige Versorgungsstrukturen und ein verantwortungsvoller Ressourceneinsatz konkret miteinander verbinden lassen.
Das Fazit des Abends: Vorsorge darf keine isolierte Zusatzaufgabe bleiben! Einrichtungen müssen sie dauerhaft in ihre Organisation, ihre Qualifizierung und ihre strategischen Entscheidungen integrieren.
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